Pinzette
Eine Pinzette ist ein Greifhilfswerkzeug, welches dazu dient, kleine Gegenstände zu greifen. Der Name leitet sich vom französischen pince „Zange“ über pioncer „kneifen, zwicken“ ab.
Meist bestehen Pinzetten aus zwei aneinandergefügten Metallstücken (auch andere Materialien, wie beispielsweise Kunststoffe, Keramik oder glasfaserverstärkter Kunststoff werden eingesetzt), die sich durch leichten Druck auf beide Teile aufeinander zubewegen. Die Spitze der Pinzette ist dann geschlossen.
Geschichtliches
Metallene Pinzetten sind aus zahlreichen Grabfunden seit der jüngeren Bronzezeit bekannt, davor wurden sie aus Holz, Knochen oder Horn hergestellt. Pinzetten dienten, oft im Zusammenhang mit Ohrlöffelchen und Rasiermesser, der Haar- und Bartpflege sowie als universelles Kleinwerkzeug.
Pinzetten gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen:
- gerade Pinzetten
- gebogene oder abgewinkelte Pinzetten
- Schneidepinzetten
- Festhaltepinzetten
- antimagnetische und säurefeste Pinzetten
Anatomische Pinzette
Eine anatomische Pinzette ist eine Pinzette, deren Haltebacken durch Querrillen gekennzeichnet ist. Sie kann gerade oder mit einem abgebogenen vorderen Ende ausgeführt sein und wird in verschiedenen Längen hergestellt. Anatomische Pinzetten eignen sich zum schonenden Erfassen leicht verletzlicher Strukturen, wie z.B. Blutgefäße oder Nerven. Sie findet daher vor allem in der Anatomie Einsatz (daher der Name), ist aber auch in der Chirurgie für diese Anwendung gebräuchlich. Die gewebeschonende Eigenschaft hat allerdings den Nachteil, dass erfasste Strukturen aus der Pinzette herausrutschen können. Ein starker Zug ist dadurch, im Gegensatz zur chirurgischen Pinzette, nicht möglich.
Anatomische Pinzetten gibt es in zahlreichen Sonderformen, die meist nach ihrem Entwickler benannt sind:
Chirurgische Pinzette
Eine chirurgische Pinzette ist eine Sonderform der Pinzette, bei der die Greifbacken ineinandergreifende Zähne besitzen. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass erfasste Gewebeteile sehr gut fixiert sind und ein stärkerer Zug ausgeübt werden kann, ohne dass die Pinzette sehr fest zusammengedrückt werden muss, was eine Gewebsquetschung verhindert. Nachteilig ist, dass leicht verletzbare Strukturen wie Blutgefäße und Nerven durch die scharfen Zähne zerstört werden können. Zum Erfassen solcher Strukturen ist eine anatomische Pinzette besser geeignet.
In der einfachsten Form besitzen chirurgische Pinzette drei Zähne (1x2), zwei auf einer Seite, der dritte greift von der anderen zwischen diese. Chirurgische Pinzetten werden in verschiedenen Längen hergestellt und können gerade oder mit einer abgewinkelten Spitze ausgeführt sein. Nach der Pinzettenform gibt es verschiedene Spezialausführungen chirurgischer Pinzetten:
- Adlerkreutz
- Adson (nach Alfred Washington Adson)
- Adson-Brown (nach Alfred Washington Adson und James Barrett Brown)
- Bonney
- Brophy
- Cushing
- Duehrssen
- Gerald
- Gillies
- Lane
- Micro-Adson (nach Alfred Washington Adson)
- Potts-Smith
- Semken
- Stille
- Taylor
- Waugh
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