Eine Monovette ist in der Medizin ein Probenbehältnis zur Entnahme und Aufbereitung von Blut- und Urinproben (Blut- oder Urinröhrchen). Weiterhin ermöglicht es den unkomplizierten Transport und auch die kurzfristige Lagerung der entnommenen Proben. Bei dem Begriff handelt es sich um ein Begriffsmonopol der Firma Sarstedt.
Aufbau und Funktionsweise
Eine Monovette entspricht dem Aufbau einer Spritze. Durch Herausziehen des Stempels entsteht ein starker Unterdruck, der die Blutentnahme beschleunigt. Der Stempel kann nach vollständiger Retraktion (Herausziehen) aufgrund einer eingearbeiteten Sollbruchstelle abgeknickt werden, was das Versenden und Aufbewahren der Monovette durch Verkürzung ihrer Länge vereinfacht. Da der Kolben bei vollständiger Retraktion einrastet, kann mit einer Monovette auch vor der Punktion schon ein Unterdruck erzeugt werden; eine Monovette kann dadurch sowohl nach dem Aspirationsprinzip als auch dem Unterdruckprinzip benutzt werden.
Monovetten werden aus transparentem Kunststoff gefertigt und sind an der Spitze mit einem speziellen Anschluss ausgestattet; es existieren Adapter für das Luer-Lock-System. Je nach verwendetem Zusatzstoff zur Hemmung der Blut-Gerinnung (abhängig von der gewünschten Analyseform) unterscheidet man in der Regel acht verschiedene Arten von Monovetten:
Urin-Chemie-Monovette (für die chemische-Bestimmung)
Urin-Bakteriologie-Monovette (für die bakteriologische-Bestimmung)
Die unterschiedlichen Arten sind farblich festgelegt, um bei der Entnahme Verwechslungen auszuschließen.
Informationen und Wissenswertes
Desinfektion
Laut dem Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) bedeutet „Desinfektion“: „Totes oder lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann“.
Technisch unterscheidet man zwischen Desinfektion und Sterilisation. Von Desinfektion spricht man bei einer Keimreduktion um einen Faktor von mindestens 105, soll heißen: von ursprünglich 100.000 vermehrungsfähigen Keimen (so genannte koloniebildende Einheiten - KBE) überlebt nicht mehr als ein Einziger. Ab einem Faktor von mindestens 106 wird von Sterilisation gesprochen.
Bei der Desinfektion der Hände unterscheidet man zwischen der so genannten „hygienischen“ und der „chirurgischen“ Händedesinfektion.
Bekannte Desinfektionsmittel und ihre Wirkstoffe
Sagrotan ist der Markenname eines Desinfektionsmittels für Gegenstände und Flächen. Es wirkt bakterizid, fungizid und teilweise viruzid. Wirksame Bestandteile des Mittels sind 2-Propanol, Ethanol und Glyoxal. Jahrelang wurde es fast ausschließlich in Kliniken und Krankenhäusern verwendet, hat aber in der Zwischenzeit auch Eingang in die Haushalte gefunden. Diese Produkte wurden vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und werden heute noch zusätzlich in den USA unter dem Markennamen Lysol vertrieben, in Großbritannien unter dem Markennamen Dettol (Hersteller Reckitt Benckiser).
Betadine (Lösung standardisiert) oder Betaisodona® Lösung (Deutschland) ist ein Desinfektionsmittel/Antispetikum speziell für Haut und Schleimhäute. Es wirkt bakterizid, fungizid, sporozid, protozoozid und viruzid. Betadine ist ein häufig verwendetes Desinfektionsmittel zur Hautdesinfektion vor chirurgischen Eingriffen. Wirkstoff: 10 mg Iod als Polyvidon-Iod pro 1 ml Lösung sowie Hilfsstoffe. Hersteller: Mundipharma.